X Toolkit
Mit den Funktionen der Xlib können Sie Fenster erzeugen, öffnen und schließen, Grafiken und Grafikeffekte "zeichnen", Texte "schreiben" und noch einiges mehr. Um allerdings damit GUI-übliche Dinge zu erstellen wie Buttons, Menüs, Schieberegler usw. sollten Sie etwas komfortablere Routinen einer etwas höheren Ebene verwenden. Man spricht dabei von Toolkits. Die Toolkits selbst wurden meistens mit der Xlib erstellt (oder bauen zumindest darauf auf) und stellen recht komfortable und GUI-übliche Funktionen zur Verfügung.
Hinweis
Keiner verbietet Ihnen mit der Xlib ein eigenes Toolkit (mit Widgets) zu entwickeln - sprich einen eigenen Button, ein eigenes Menü usw. Das bedeutet allerdings auch, dass Sie die einzelnen Linien zum Erstellen eines Buttons (bspw.), den Text, die Farben und die Positionen alle mühsam selbst programmieren müssen. Ob sich der Aufwand lohnt, steht auf einem anderen Blatt und hängt vom Anwendungsfall ab.
Ein Toolkit besteht gewöhnlich aus:
- Den Xt-Instricts - Dabei handelt es sich um standardisierte, objektorientierte (in C programmierte) Sammlungen von Funktionen. Auf Xt-Instricts wird noch genauer eingegangen.
- Dem Widget-Set - Dies ist eine Sammlung von Objekten, worin festgelegt ist, wie z. B. das Popup-Menü auszusehen hat, welches über die Instricts-Funktion auf den Bildschirm gebracht wird. Da die meisten Anwendungen ein dem Windowmanager angepasstes Widget-Set verwenden, entsteht ein herstellerabhängiges Look & Feel. Bekannte Widget-Sets sind z. B.:
- Athena Widget Set
- OSF/Motif Widget Set
- Xview
- Tk
- GTK+
- Qt
